Transform-Pflege-C19

Studie untersucht erste Schritten zurück zur Normalität in Pflegeeinrichtungen

Seit 14 Monaten (Stand Mai 2021) herrscht in den Seniorenpflegeeinrichtungen Ausnahmezustand. Viele der Aktivitäten und zwischenmenschlichen Begegnungen, die zum Lebensalltag gehören und wichtig für die Lebensqualität älterer, pflegebedürftiger Menschen sind, sind seit über einem Jahr nur mit Einschränkungen möglich. Mit der inzwischen hohen Impfquote unter den Bewohnerinnen und Bewohnern und der stetig steigenden Impfquote unter Mitarbeitenden und Besucherinnen und Besuchern bietet sich die Chance, Schritte zurück zu mehr Normalität zu wagen.

Dame ohne Maske

Die Arbeitsgruppe des Gesundheitsnetzwerkes COVID‑19 in der Hansestadt Lübeck hat aus diesem Grund in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ein Konzept für angepasste Infektionsschutzmaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen entwickelt, das seit Mitte April in ausgewählten Lübecker Pflegeeinrichtungen wissenschaftlich begleitet eingeführt wird. Aktuell nehmen das Pflegewohnheim Erika-Gerstung-Haus der DRK Schwesternschaft und alle fünf Seniorenpflegeeinrichtungen der Vorwerker Diakonie teil. Dieses Konzept sieht insbesondere vor, dass bei Begegnungen zwischen immunisierten Bewohnerinnen und Bewohnern und ihren ebenfalls immunisierten Kontaktpersonen wie etwa Pflegenden und Angehörigen auf das Abstandsgebot und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verzichtet werden kann. Leitgedanke ist, die dringend notwendig gewordenen Lockerungen mit dem Schutz vor der Corona-Infektion in Übereinstimmung zu bringen.

Dame ohne Maske

Für die teilnehmenden Einrichtungen ist es wichtig, dass das Modellprojekt wissenschaftlich begleitet wird und dass noch nicht immunisierte Personen gut geschützt werden. Aus diesem Grund ist auch eine Notbremse mit dem Gesundheitsamt besprochen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege an der Universität zu Lübeck. Mit dieser Studie sollen mögliche Probleme in der Umsetzung und Risiken für den Infektionsschutz frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Ein Hauptziel liegt darüber hinaus in der Erfassung der Auswirkungen auf die psychosoziale Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals zu untersuchen. Zum Vergleich nehmen daher auch Pflegeheime an der Studie teil, die das gestufte Infektionsschutzkonzept vorerst nicht einführen. Die Studie wird zeigen, ob und wie es gelingt, die Lebensqualität und die soziale Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner durch den angepassten Maßnahmenplan zu reduzieren, ohne dass hierdurch das Infektionsrisiko steigt. Sie wird im Rahmen des vom Land Schleswig-Holstein geförderten Forschungsprojekts „Transform-Pflege-C-19“ durchgeführt.

Kontakt Studienleitung Transform-Pflege-C-19

Prof. Dr. Katrin Balzer
Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Universität zu Lübeck
Tel.: 0451 500-51262
E-Mail: katrin.balzer@uksh.de

Kontakt teilnehmende Einrichtungen

Doreen Boniakowsky
Geschäftsbereichsleitung Wohnen und Pflege für Senioren und pflegebedürftige Menschen
Vorwerker Diakonie
Telefon: 0451 4002-50 360
E-Mail: doreen.boniakowsky@vorwerker-diakonie.de

Sabrina Roedszus
Pflegedienstleiterin / Stellvertretende Heimleiterin
Erika-Gerstung-Haus
DRK-Schwesternschaft Lübeck e.V.
Telefon: 0451 889191 0
E-Mail: sabrina.roedszus@drk-schwesternschaft-luebeck.de

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